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Die Linke. Heddernheim Niederursel

Über die Gruppe

Wir meinen: Menschen kommen vor den Profiten.
Wohnen, Mobilität und Bildung zählen zu den Grundlagen eines menschenwürdigen Daseins:

  • Die Wohnsituation ist problematisch, und bezahlbarer Wohnraum für Alle ist immer schwieriger zu finden. Die Verdrängung von Menschen, die weniger begütert sind, schreitet weiter voran.
    Die Politik von Die Linke. Heddernheim Niederursel tritt ein für:

    • Bezahlbarer Wohnraum für Alle.

    • Mietpreisstop bei öffentlic-rechtlichen Wohnungsgesellschaften, zB. ABG Frankfurt Holding oder Nassauische Heimstätte.

    • Jährlich mindestens 2.500 neue Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau errichten, die auch den Einwohner*innen im Ortsbezirk 08 zugute kommen.

    • Kündigungsschutzfrist bei Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen verlängern von derzeit fünf Jahren auf zehn Jahre (Stand 2010).

  • Verkehr:

    • Angebot des ÖPNV verbessern - Buslinien an U-Bahnnetz anbinden in Niederursel.

    • Lärmbelastung verhindern:

    • Keinen Bau der Erschließungsstraße des Gewerbegebiet Praunheim -
      keinen Anschluß an den Praunheimer Weg in der Nordweststadt.

    • Infrastruktur verbessern -
      Radwegenetzplan entwerfen in Heddernheim und Niederursel einschließlich ErichOllenhauer-Ring mit Anbindung an andere Ortsbezirke.

    • Angebot des ÖPNV erhöhen - Regionaltangente West (RTW) planen und bauen, und weiterführen bis Niederursel.

    • Nutzerunabhängige Finanzierung des ÖPNV im RMV-Tarifgebiet 50, auch im Ortsbezirk 08.

  • Bildungseinrichtungen:

    • Schulen sanieren, zB. Ernst-Reuter-Schulen einschließlich Schwimmhalle.

    • Grundsätzlicher Erhalt und weiterer Ausbau der Stadttteilbibliothek im Nordwestzentrum.

  • Wie kann das bezahlt werden (Finanzierung)?:

    • Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes von derzeit 460 Punkten auf zukünftig 490 Punkte.

Für eine Wende zu demokratischem und sozialem Fortschritt!

Nächste Termine

Aktuell keine öffentlichen Termine eingetragen. Nimm über den Kontakt-Button Verbindung zur Gruppe auf, um die nächsten Treffen zu erfahren.

Aus der Gruppe

Kulturfest zur Stärkung der Demokratie

17. Juni 2026

Am 13. Juni 2026 fand in Heddernheim ein „Kulturfest zur Stärkung der Demokratie“ statt, veranstaltet vom Begegnungszentrum Heddernheim und der Deutsch-Bengalischen Gesellschaft. Bei „Literatur, Tanz und Musik gegen Populismus und Rassismus“ und sehr schmackhaftem kostenlosen Mittagessen kamen viele Menschen zusammen. Eingeladen waren auch die Ortsbeiräte der Parteien.

Die neu in den Ortsbeirat gewählte Vertreterin von Die Linke, Maike Atanassov, betonte in ihrem Redebeitrag den Zusammenhang von gegenseitiger Achtung und Demokratie. Angesichts des gegenwärtigen allumfassenden Sozialabbaus zugunsten von Aufrüstung könne man Ohnmachtsgefühle überwinden durch die Erfahrung von Zusammenhalt und gegenseitiger Hilfe. Eine vielfältige und facettenreiche Gesellschaft sei viel schwieriger anzugreifen und zu spalten. „Demokratie wird nicht nur in Parlamenten verteidigt. Sie wird auch hier verteidigt: in unseren Stadtteilen, in unseren Nachbarschaften, in Gesprächen, in gegenseitiger Hilfe und darin, dass wir einander nicht alleine lassen!“

(Die komplette Rede könnt ihr nachlesen auf unserer Website: Die-Linke-Heddernheim-Niederursel.de)

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Lieder, die wir brauchen. - Interview mit Heike Leitschuh (Stadtverordnete der LINKEN und Sängerin)

18. Mai 2026

Am 7. Mai 2026 war unsere Stadtverordnete Heike Leitschuh mit Ihrer Band "Heike, Paul & Claus" bei uns zu Gast in Niederursel.
Im Cafe Mutz präsentierten sie ihr Programm: "Lieder, die wir brauchen. Widerständig, kraftvoll, ermutigend", Songs von Gerhard Gundermann, Hans-Eckardt Wenzel, Bettina Wegner, Dirk Michaelis und Holger Biege.

Frage: Du hast eine sehr schöne Stimme und gute Musiker. Die Lieder kommen einfühlsam und überzeugend, ohne Schmalz und Pathos rüber. Du wirkst wie eine von uns, mit dem Unterschied, dass wir - dein Publikum - es nicht so schön hätten sagen bzw. singen können. Willst du mit deinen Auftritten eine Botschaft vermitteln oder geht es dir mehr um den "Spaß an der Freude" des Singens?

Antwort: Nun ja, Freude sollte man beim Singen und Musizieren schon haben, sonst wird das nix mit dem einfühlsam und überzeugend. - Aber ja, meine Band und ich, wir haben eine Botschaft. Unser Programm ist überschrieben mit: "Lieder, die wir brauchen. Widerständig, kraftvoll, ermutigend". Wie leben in schwierigen Zeiten. Machen uns Sorgen um den Frieden, den inneren, wie den äußeren, um das Klima, um die Demokratie. Da sollten wir uns nicht im Privaten vergraben, sondern uns einmischen, zeigen, dass es auch anders geht. Uns engagieren, ob im Kleinen mit einer Unterschrift, oder im Größeren bei einer Demo oder sogar in einer Initiative oder Partei aktiv werden. Und auch wenn sich der Wind dreht: Anständig bleiben, solidarisch bleiben! Dafür brauchen wir Kraft und Zuversicht. Musik kann da helfen. Die Bewegung der Anständigen war immer dann erfolgreich, wenn sie Lieder hatte. Lieder die uns stärken, das Gemeinsame ausdrücken, die unser Herz erreichen, die uns einander näherbringen. Solche Lieder singe ich, spielen wir. Und wir merken deutlich, wie positiv unser Publikum sie aufnimmt. Wir schenken den Menschen einen schönen Abend, aber wir bestärken sie auch.

Wie bist du überhaupt zum Singen gekommen, und wie hast du die anderen Mitglieder deiner Gruppe gefunden?

Ich hatte 2012 eine persönliche Krise als sich mein damaliger Lebensgefährte das Leben nahm. Da wollte ich endlich tun, was ich schon lange vorhatte: Singen. Ich begann in einer Bigband. Das ging gründlich in die Hose, hatte mich total überschätzt. So nahm ich erstmal Gesangsunterricht, gründete eine kleine Band, ich sang Rock- und Pop-Songs, auf Englisch. Das war schön, aber noch nicht das Richtige. Ich wollte Lieder mit anspruchsvollen Texten singen. Mein Mann ist Westberliner und hatte sich immer sehr für die Musik in der damaligen DDR und dem jetzigen Ostdeutschland interessiert. Über ihn lernte ich die Stücke von Gerhard Gundermann und Hans-Eckardt Wenzel kennen. Und die von Bettina Wegner, Dirk Michaelis und Holger Biege. Großartige Texte, tolle Musik. Kritisch, manchmal richtig rotz-frech, dann wieder melancholisch-weich, aber immer poetisch, nie plumper Agit-Prop. Die Stücke handeln von den "kleinen Dingen“ des Lebens, von unseren Ängsten, Sehnsüchten und Fragen und von dem, was uns gesellschaftlich widerfährt und was man ändern muss. Nun hatte ich meinen musikalischen Weg gefunden. Allerdings dauerte es noch eine Weile, bis ich dazu die passenden Musiker hatte. Die gibt es jetzt! Wir hatten schon Auftritte im Club Voltaire, im Bockenheimer Lilium, jetzt im Mutz, aber auch in Köln und Berlin.

Du bist vor kurzem als Mitglied der Fraktion der Linken in die Stadtverordnetenversammlung gewählt worden. Wo würdest du gern politische Akzente setzen?

Erstmal: Ich bin richtig froh und dankbar, dass ich jetzt die Chance habe, auf kommunalpolitischer Ebene für die Menschen in Frankfurt aktiv zu werden. An der Seite von tollen Leuten. Ich lebe seit 35 Jahren hier und mag diese Stadt sehr. Gleichzeitig spüre ich die Verantwortung, die damit verbunden ist. Die Menschen, die uns gewählt haben, erwarten, dass wir uns für sie einsetzen. Und dass wir nicht nur schöne Reden halten, sondern etwas bewegen. Völlig zur Recht.

Mir liegen zwei Bereiche besonders am Herzen: Die sozialen Fragen stehen für die Linke im Vordergrund. Ich will, dass wir dabei den Klima- und Naturschutz nicht vergessen. Wenn wir unsere Lebensgrundlagen nicht schützen, wird es kein gutes Leben auf diesem Planeten mehr geben. Ich setze mich daher dafür ein, dass wir Lösungen finden, bei denen wir beides im Blick haben: Soziale Verbesserungen und den Schutz des Klimas und unserer natürlichen Umwelt. Das zeigt sich vor allem, wenn es um die Schaffung von Wohnraum geht. Aber auch bei der Energiewende: Der Ausbau der Erneuerbaren sollte nicht auf Kosten des Natur- und Artenschutzes gehen.

Zweitens geht es mir um den sozialen Zusammenhalt in der Stadt, um die Kultur des Zusammenlebens. Das fängt damit an, wie wir in der Fraktion, in der Stadtverordnetenversammlung miteinander umgehen, wie wir Differenzen austragen, ob wir es schaffen, eine politische Kultur zu entwickeln, die von Respekt geprägt ist. Und es geht bis dahin, ob wir alle mehr Verantwortung dafür übernehmen, dass der öffentliche Raum attraktiv ist, oder ob wir der Vermüllung tatenlos zusehen.

Danke für das Gespräch! Wir wünschen dir noch viel Erfolg, sowohl auf der Bühne bei deinen Konzerten, als auch im Römer zusammen mit unserer Fraktion!

Und hier noch ein Beispiel für die nachhaltig eindrucksvollen Lieder des Abends:

Bettina Wegner, Gebote

Na, Gebote braucht der Mensch wohl, um zu überleben.

Also schafft er ständig neue – sie zu übergeben:

An die Welt, die nach ihm sein wird, und an seine Erben,

Denn es lässt sich mit Geboten wirklich leichter sterben.

Lernte ich doch in der Schule, niemand solle lügen,

Und so war ich völlig sicher, keiner wird betrügen.

Doch im Lauf von 60 Jahren lernte ich verstehn:

Das Gebot kreiert man ja nur, um es zu umgehn.

Wasserpredigt - Weingelage – so stehn die Gesetze.

Und wer heut Moral noch fordert, ruft schon auf zur Hetze.

Darum sah ich mich gezwungen, eigne mir zu schaffen:

10 Gebote für mein Leben als die letzten Waffen.

Aufrecht stehn, wenn andre sitzen

Wind zu sein, wenn andre schwitzen

Lauter schrein, wenn andre schweigen

Beim Versteckspiel sich zu zeigen

Nie als andrer zu erscheinen

Bei Verletzung nicht mehr weinen

Hoffnung haben beim Ertrinken

Nicht im Wohlstand zu versinken

Einen Feind zum Freunde machen

Solidarität mit Schwachen

Und ich hab sie nie gebrochen, bis auf ein Gebot:

Bei Verletzung wein ich manchmal, was ich mir verbot.


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Ab 1933 brannten zuerst die Bücher, dann die Menschen

14. Mai 2026

Unter diesem Titel hatte die Stadtteilgruppe am 10. Mai 2026 zum 53. Sonntagsspaziergang eingeladen. Kaum an der Macht, begannen die Faschisten vor 93 Jahren in einer generalstabsmäßig geplanten „Aktion wider den undeutschen Geist“ mit der „Säuberung“ der Universitäten von „undeutschen“, hauptsächlich jüdischen Büchern, Professoren und Studenten. Höhepunkt waren die mit viel Propagandaaufwand zelebrierten Bücherverbrennungen am 10. Mai, u.a. auch in Frankfurt auf dem Römerberg mit 15.000 Schaulustigen. Bereits 100 Jahre vorher hatte Heinrich Heine geschrieben: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Bei dem Rundgang durch Niederursel befassten sich die Teilnehmer:innen mit Schriftsteller:innen, deren Namen einem dort begegnen: Erich Kästner, Thomas Mann, Paul Kornfeld. Darüber hinaus gab es kurze Lesungen aus Werken anderer verfemter Autor:innen: Erich Maria Remarque (Im Westen nichts Neues), Anna Seghers (Transit), Bertolt Brecht (u.a. Fragen eines lesenden Arbeiters), Heinrich Mann (Der Untertan).

Daraus entwickelten sich rege Diskussionen, so dass die Veranstaltung weit länger dauerte als geplant und das Programm gar nicht ganz abgearbeitet werden konnte. Wir werden deshalb bei unserem nächsten Spaziergang am 21. Juni die Lesung fortsetzen. Interessierte können sich schon jetzt freuen auf Gerhart Hauptmann, Marie-Luise Kaschnitz, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Franz Werfel, Mascha Kaléko und mehr.

Keine Entgrenzung des 8-Stundentags - für starke Gewerkschaften!

14. Mai 2026

So lautete der Titel des 53. Politischen Sonntagsspaziergangs am 19. April 2026. „Wir müssen mehr arbeiten!“ fordern Merz und Klingbeil unisono mit Unternehmerverbänden und zuständigen Minister:innen, jede Woche in einer neuen Variation. Dabei geht es gegen „Lifestyle-Teilzeit“, Karenztage, telefonische Krankschreibung; zur Debatte stehen stufenweise Arbeitsunfähigkeit, längere Befristungen, längere Lebensarbeitszeit u.v.m. Vor allem die tägliche Höchstarbeitszeitgrenze von 8, in Ausnahmefällen 10 Stunden, soll fallen zugunsten einer wöchentlichen. Das würde Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden täglich erlauben.

Die Teilnehmer:innen des Spaziergangs diskutierten die Tragweite dieses Angriffs auf die Beschäftigten, gerade auch auf die Frauen. Mit Verweis auf die wachsende soziale Ungleichheit wurde die Forderung zurückgewiesen, dass „wir“ für das Erstarken „unserer“ Wirtschaft zusammen halten müssten. Festgehalten wurde: Statt weiterer Deregulierung brauchen wir stärkere Begrenzungen und Schutz durch die Arbeitsschutzgesetze. Wir brauchen betriebliche Mitbestimmung und Kontrolle der Einhaltung der Gesetze. Das ist besonders wichtig dort, wo die gewerkschaftliche Organisierung schwach ist. Die spätestens im Sommer anstehenden Kämpfe der Gewerkschaften gegen die Entgrenzung des 8-Stundentags müssen unbedingt unterstützt werden.

Politischer SonntagSpaziergang am 20. Juli 2025 zum Thema: Stolpersteine in Heddernheim

8. Oktober 2025

Politischer SonntagSpaziergang am 20. Juli 2025 zum Thema: Stolpersteine in Heddernheim

Die Veranstaltung war relativ gut besucht ( einige mehr Teilnehmer:innen hätten uns natürlich gefreut).

Stellvertretend für alle in den vergangenen Jahren verlegten Stolpersteine wurden einige ausgewählte Wohn- und Geschäftshäuser im Viertel aufgesucht. Es wurden jeweils kurze Biographien zu den früheren, jüdischen Bewohnern verlesen.

Als Beispiel kann hier die Heddernheimer Landstraße erwähnt werden, in der etliche Einzelhandelsgeschäfte sowie zwei Kaufhäuser für die Versorgung der lokalen Bevölkerung eine große Rolle spielten:

Das Kaufhaus von Johanna und Siegmund Simon (Hausrat aller Art, Spielsachen, Fahrräder), die Metzgerei der Familie May, das Kaufhaus Nawratzki, geführt von Recha Mannheimer, die Filiale der Wittwe Hassan Kette (Delikatessen).

Ebenfalls in der Heddernheimer Landstraße lebte und arbeitete Dr. Max Kirschner, einer der Heddernheimer Hausärzte.

In der Straße Alt Heddernheim ( damals Langgasse) befand sich die Synagoge mit Gemeindehaus, Religionsschule, Lehrerwohnung, ein rituelles Bad und ein Friedhof. Hier lebten die Familien Schwelm und Stern. Heute erinnert an dieser Stelle ein Gedenkstein.

Die Geschäfte im Stadtteil Heddernheim wurden, wie überall in Frankfurt und in ganz Deutschland, ab 1933 boykottiert, somit schon Jahre vor der eigentlichen Vertreibung und endlichen Deportation der Menschen in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

Während des Rundgangs wurde die Frage diskutiert, inwieweit Stolpersteine einen Raum der Erinnerung einnehmen können. Alle Teilnehmer:innen waren sich einig, dass mit den Stolpersteinen eine notwendige Erinnerung in den öffentlichen Raum getragen wird und damit für jeden Interessierten frei zugänglich ist. Dies kann für Leute, die sich bisher wenig mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt haben, eine mögliche Gelegenheit des Einstiegs in diesen Teil der deutschen Geschichte darstellen.

Es wird mit Verlegung der Stolpersteine versucht, die Menschen wieder in den Stadtteil zurückzuholen, das heißt an ihren letzten frei gewählten Wohnort.

Bericht von Doris.

<https://die-linke-ob08.jimdo.com/2025/07/20/44-politischer-sonntagspaziergang/>

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Gedenkstätte "Arbeitserziehungslager Heddernheim"

29. September 2025

So lautete der Titel des gut besuchten 46. Politischen SonntagSpaziergangs von Die Linke. Heddernheim Niederursel, der am Sonntag, 21. September 2025, zur Gedenkstätte des "Arbeitserziehungslager Heddernheim" führte.

Das "Arbeitserziehungslager Heddernheim" war in der Zeit des Faschismus das einzige Arbeitserziehungslager in Frankfurt am Main. Es befand sich in der ausgehobenen Lehmgrube einer ehemaligen Ziegelei am nördlichen Rande des Frankfurter Stadtteils Heddernheim am Oberschelder Weg/Ecke Zeilweg. Seit 1986 erinnert eine kleine Gedenkstätte an die Existenz des Lagers.
Das Lager bestand vom 1. April 1942 bis zum 18. März 1945. Insgesamt waren etwa 10.000 Deutsche und Ausländer in dieser Zeit dort inhaftiert.

Dieser Spaziergang kreuzte sechs Querstraßen, die nach Personen der deutschen oder internationalen Zeitgeschichte benannt worden sind:

  • Franziska Kessel: Frankfurter Reichstagsabgeordnete der KPD, in Mainz von den Nazis zu Tode misshandelt ("Von den Bürgern gewählt, von den Nazis ermordet.").

  • Rosa Luxemburg: Rief in Frankfurt im Jahr 1913 in zwei Reden in Bockenheim und in Fechenheim eine Menge von Hunderttausenden zu Kriegsdienst- und Befehlsverweigerung auf: "Wenn uns zugemutet wird, die Mordwaffen gegen unsere französischen oder andere ausländischen Brüder zu erheben, so erklären wir: 'Nein, das tun wir nicht!'"

  • Dag Hammarskjöld: Er vermittelte als Generalsekretär der Vereinten Nationen im gerade unabhängig gewordenen Kongo im Konflikt um die rohstoffreiche, abgespaltene Region Katanga und starb bei einem ungeklärten Absturz seines UN-Flugzeuges an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Nordrhodesien, dem heutigen Sambia.

  • Ludwig Reinheimer: Erst Häftling im Arbeitserziehungslager Heddernheim, später im KZ Flossenbürg ermordet.

  • Max Kirschner: Praktischer Arzt mit Praxis in der Heddernheimer Landstraße, dem Entzug der Approbation folgt der Transport ins Konzentrationslager Buchenwald, der Verlust allen Eigentums, aller sozialen Wurzeln. Er flieht mit seiner Familie nach England, emigriert in die Vereinigten Staaten.

  • Erich Ollenhauer.

An der jeweiligen Kreuzung hat der Spaziergang Station gemacht und auf das Leben oder Wirken der betreffenden Person hingewiesen.
Siehe auch ausführliche Beschreibung auf <https://die-linke-ob08.jimdo.com/2025/09/21/gedenkst%C3%A4tte-arbeitserziehungslager-heddernheim-pe/>

Die Politischen SonntagSpaziergänge werden seit vier Jahren am dritten Sonntag jedes Monats durchgeführt.
Treffpunkt ist ab 12:45 Uhr auf dem WalterMöller-Platz im Nordwestzentrum, 60439 Frankfurt am Main (U-Bahn U1+U9, "F-Nordwestzentrum"), um 13:00 Uhr geht der Spaziergang los. Er dauert ungefähr zwei Stunden.

Die kommenden Termine und Themata sind:

Sämtliche Termine auf <https://die-linke-ob08.jimdo.com/politischesonntagspazierg%C3%A4nge/>.

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Familienfest in Praunheim und Heddernheim

21. September 2025

Strahlender Sonnenschein, fröhliche Gesichter und eine bunte Vielfalt an Angeboten prägten das diesjährige Sommerfest der Ortsbezirke 7 und 8, das am Samstag, den 23.8.2025 in der Fritz-Lennig-Anlage in der Römerstadt 225 von den Ortsbeirät*innen der LINKEN und der FARBECHTEN organisiert wurde und die Anlage in ein lebendiges Festgelände für Groß und Klein verwandelte.

Es gab ein abwechslungsreiches Programm: Der Kinderzirkus Zarakali lud zum Mitmachen beim Jonglieren und Seiltanz ein, zusätzlich lockten eine Bastelecke, Kinderschminken, eine Hüpfburg und eine Torwand. Die Gäste wurden mit einem beeindruckenden Kuchenstand und frisch gebrühtem Kaffee verwöhnt. Ihre Anliegen und Sorgen konnten sie auf dem Fest mit den Ortsbezirksräten und VertreterInnen der Partei Die Linke, u.a. mit der Stadtverordneten Daniela Mehler-Würzbach, besprechen. Ein Infostand informierte über die geplanten Mieterhöhungen bei der Nassauischen Heimstätte und die Unterschriften-Aktion für eine weiter bestehende Mietpreisbremse, wie sie das Bündnis für einen Mietpreisstopp fordert. Das Tierheim Nied informierte über die Situation vernachlässigter oder ausgesetzter Tiere und die Arbeit von Tierschützern.

Einen wichtigen Beitrag lieferte der Infostand der „Wahrheitskämpfer“ aus Heddernheim: Die Künstlerin Susanne Köhler hat eine Künstlergruppe gegründet, die Portraits von verfolgten und ermordeten Journalisten aus der ganzen Welt zeichnet und in Wanderausstellungen und Online-Ausstellungen zeigt. An ihrem Infostand machten sie auf ihr Engagement aufmerksam und warben für Petitionen für inhaftierte Journalisten. Ihr Können zeigten sie, indem sie Besucher und Besucherinnen vor Ort porträtierten.

Ein besonderes Highlight war die Kindertanzgruppe LuLa, die mit einer außergewöhnlich tollen Performance das Publikum begeisterte. Die Gruppe besteht aus Kindern aus dem Flüchtlingsheim in der Ludwig-Landmann-Straße, die die Choreografie – von Boggie-Woggie bis Breakdance - mit viel Einsatz einstudiert hatten und präsentierten – und dabei wie kleine Profis wirkten. Ihr Auftritt brachte große Begeisterung und langanhaltenden Applaus. Diese Kinder zeigen auch, dass Migration eine Bereicherung für unsere Gesellschaft ist und dass die Linke sich weiterhin gegen Ausgrenzung und Abwehr von Geflüchteten einsetzt – für ein weltoffenes Deutschland der Menschenrechte.

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100 Jahre Neues Wohnen in Frankfurt - Vorbild für Stadtgestaltung heute?

17. September 2025

So lautete der Titel des gut besuchten 45. Sonntagsspaziergangs der Stadtteilgruppe Heddernheim-Niederursel, der am 17.8. in die Ernst-May-Siedlung In der Römerstadt führte. Sie ist Teil des von Oberbürgermeister Ludwig Landmann und Architekt Ernst May in den Jahren 1925 – 1930 konzipierten Neuen Frankfurt, das mit der notwendigen Stadterweiterung nach dem 1. Weltkrieg neue Möglichkeiten schaffen wollte, die Lebensbedingungen in der Großstadt zu verbessern. In kürzester Zeit wurden stadtweit 12.000 Wohnungen geschaffen, von den Bewohnern her gedacht, sozial, funktional und mit Gärten. Das kommunale Wohnungsbauprogramm umfasste auch die Planung von Industriebauten, Schulen (Charles-Hallgarten-Schule), Bibliotheken, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Kindergärten und ein Altenheim.

Die Wohnungen (1.200 waren es in Heddernheim) waren zweckmäßig durchdacht und hatten – bis dahin unüblich – Zentralheizung, Bad und billigen Nachtstrom. Eine Teilnehmerin berichtete von ihrer Kindheit in einer solchen Wohnung, von den Einbauschränken und der „Frankfurter Küche“, der ersten Einbauküche in Deutschland.

Kritisch angemerkt wurde, dass aus heutiger Sicht die Beschränkung des Wohnraums auf Standardisierung und reine Zweckmäßigkeit wenig Platz lässt für persönliche Entfaltung und kulturelle Vielfalt. Auch die Rolle der Frau blieb zwiespältig. Trotz Berufstätigkeit war sie die Hausfrau. Statt gleichberechtigter Aufgabenverteilung stand die Zentralisierung, Technisierung und Rationalisierung der Hausarbeit im Vordergrund.

Der Aufbau eines gemeinnützigen Sektors war die bedeutendste wohnungspolitische Innovation während der Weimarer Republik. Damit die Wohnungen für Arbeiterfamilien finanziell erschwinglich würden, mussten sie im Bau wirtschaftlich sein, was u.a. über standardisierte Bauteile erreicht wurde. Finanziert wurden sie über die damals erhobene Hauszinssteuer. Der Boden wurde durch Enteignungsprogramme bereitgestellt. Dennoch wurde das Ziel „nicht mehr als 20% des Einkommens für die Miete“ nicht erreicht, so dass letztlich v.a. die Familien von Angestellten dort einzogen.

Festgehalten wurde auf dem Spaziergang, dass die heutige Wohnungsnot nur beseitigt werden kann, indem der Spekulation der Boden entzogen wird, nach dem Prinzip: Kostendeckung statt Profitmaximierung. Dazu gehört, dass die Stadt ihr Vorkaufsrecht und die Milieuschutzsatzung nutzen und die weitere Privatisierung bremsen muss. Genossenschaftliche und solidarische Strukturen müssen gestärkt und finanziell gefördert werden.

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